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Sollte mein Welpe in die Welpenschule?

Geschrieben von Ángela González, veröffentlicht am 28 Februar 2022

Ist die Hundeschule nur für ältere Hunde oder kann mein Welpe schon an Kursen teilnehmen? Welche Vorteile bringen Welpenkurse und ab welchem Alter sollte mein Welpe in die Welpenschule? Verhaltensforscherin & Hundeexpertin Angela González klärt auf.

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In welchem Alter sollte mein Welpe in die Welpenschule? 

Der Charakter und das Verhalten eines Hundes werden von genetischen Faktoren, sowie von seiner Umwelt beeinflusst. Es gibt einen Zeitraum, in welchem ein Welpe besonders viel aus seiner Umwelt aufnimmt. In der Sozialisierungsphase sind Welpen sehr empfindlich – diese Phase beginnt meist in der dritten Lebenswoche und schließt mit der 12. ab. Das ist jedoch von Rasse zu Rasse und von Hund zu Hund leicht unterschiedlich.  

In dieser Zeit entwickeln sich die Sinne eines Welpen, damit er seine Umwelt erkunden und beginnen kann, Beziehungen zu anderen Hunden und Menschen aufzubauen. In der Sozialisierungsphase entwickeln junge Hunde die nötigen sozialen Fähigkeiten, um mit anderen zu kommunizieren und um sich an verschiedene Situationen und Umgebungen anzupassen. Alles was sie in dieser Phase kennenlernen, empfinden sie im späteren Alltag (eher) als normal. Daraus folgt: Ein Welpe, der zu wenige unterschiedliche Erfahrungen während dieser Entwicklungsstufe macht, tendiert im Erwachsenenalter dazu, Angst vor neuen Situationen und vor fremden Menschen und Hunden zu haben. Welpen in der Welpenschule

Lernen durch positive Verstärkung in der Welpenschule

Ein weiterer großer Faktor, der die Entwicklung und die Gesundheit eines Welpen beeinflusst, ist die Lehrmethode, mit der er erzogen wird. Methoden, die auf positive Verstärkung setzen, erzielen die besten Ergebnisse, verbessern die Beziehung des Welpen zu seinem Menschen, fördern einen ausgewogenen Charakter des Hundes, verhindern Probleme beim Zusammenleben und sorgen dafür, dass das Training sowohl dem Welpen als auch dem Menschen Spaß macht. 

Eine richtige Sozialisation, kombiniert mit einer positiven Lehrmethode hilft Welpen dabei, im Erwachsenenalter keine Verhaltensauffälligkeiten zu entwickeln. In der Welpenschule gibt es die Möglichkeit für Welpen, auf sichere Art und Weise, positive Erfahrungen mit anderen Menschen und Hunden zu sammeln. Im Beisein anderer Welpen, werden in der Welpenschule positive Lehrmethoden angewandt. In regelmäßigen Abständen können Hundetrainer den Hundeeltern dabei helfen, Wissen über das Verhalten und die Erziehung von Welpen und erwachsenen Hunden zu gewinnen. Die Welpenschule ist also vergleichbar mit der Vorschule für Kinder. Frag doch mal bei deiner lokalen Hundeschule nach Welpenkursen.

Was lernt mein Welpe in der Welpenschule? Welpenkurse bestehen meist aus praktischen und theoretischen Einheiten. Wie genau diese aufgebaut sind, variiert jedoch von Hundeschule zu Hundeschule. Aber eins ist sicher: Welpenstunden sind immer darauf ausgelegt, dass die kleinen Fellnasen Spaß beim Training haben. Sollte mein Welpe in die Welpenschule? Ja!

Hier sind ein paar Theorie-Elemente, die häufig behandelt werden: 

  • Die Sozialisierungsphase: Warum sie so wichtig ist und wie man seinen Welpen schrittweise an verschiedene Stimuli gewöhnt 
  • Warum positive Verstärkung so wichtig ist 
  • Stubenreinheit 
  • Wie man zukünftige Probleme vermeidet - zum Beispiel Unsicherheit beim Alleinbleiben
  • Hundekommunikation und Verhalten 
  • Gesundheit und Hygiene 

Im praktischen Teil werden häufig geübt:

  • Sitz 
  • Platz 
  • Bleib 
  • Bei Fuß 
  • Nicht an der Leine ziehen 
  • Loslassen / Fallen lassen 

WelpenschuleSollte mein Welpe in die Welpenschule? 6 Gründe dafür. 

Seinen jungen Vierbeiner in die Welpenschule zu bringen, hat viele Vorteile. Hier ein paar Beispiele: 

1. Dein Welpe lernt zu lernen

Hunde, die im jungen Alter an Welpenkursen teilgenommen haben, sind auch als erwachsene Hunde noch leichter zu trainieren und zu erziehen. In der Welpenschule wird Hundebesitzern beigebracht, wie schädlich bestrafende Lehrmethoden für Hunde sind und wie man eine Erziehung durch positive Verstärkung umsetzen kann. Das Wohlbefinden des Hundes steht also immer im Vordergrund. Für deinen Welpen ist es wichtig, auch in hektischen Umgebungen lernen zu können und deine Kommandos zu verstehen. Das lernt er in der Welpenschule – umgeben von anderen Hunden und Menschen, die manchmal auch eine Ablenkung sein können. 

2. Dein Welpe lernt, entspannt zu bleiben

Inzwischen hat man herausgefunden, dass Hunde, die bereits vor ihrem dritten Lebensmonat zur Hundeschule gegangen sind, nicht so schnell überdrehen vor Aufregung und besser auf die Kommandos ihrer Besitzer reagieren, wenn sie erwachsen sind. In guten Welpenkursen lernt man, Überregung und andere unerwünschte Verhaltensweisen besser zu kontrollieren. 

3. Nimmt Berührungsängste

Ein weiterer Vorteil der Welpenschule ist, dass Hunde weniger empfindlich reagieren, wenn sie angefasst oder behandelt werden. Das ist ein riesiger Vorteil, wenn ihr zum Tierarzt müsst, denn so lässt sich der Hund leichter untersuchen und diagnostizieren. Vor allem aber wird der Tierarztbesuch viel weniger stressig für den Vierbeiner, wenn er besser gelernt hat, damit umzugehen.

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4. Weniger Angst vor Umweltreizen

Hunde, die eine Früherziehung in der Hundeschule genießen durften, zeigen außerdem weniger Angst vor Umwelteinflüssen wie Gewitter, Feuerwerk oder Verkehrslärm. Das liegt wahrscheinlich an all den positiven Erfahrungen, die sie in der Welpenschule machen; den Tipps, die man vom Hundetrainer bekommt und sogar, dass man sie schon von klein an daran gewöhnt, unterschiedliche Orte zu besuchen. Angst vor Umweltreizen ist sehr weit verbreitet bei Hunden. Deshalb sollten Welpenstunden zur Vorbeugung definitiv in Betracht gezogen werden. 

5. Stärkt die Beziehung zu anderen Hunden in der Familie 

Interessanterweise zeigen Fellnasen, die als Welpen in der Hundeschule waren, weniger Aggressionen gegenüber anderen Familienhunden. Das könnte daran liegen, dass Welpen in der Hundeschule meist bessere soziale Fähigkeiten entwickeln, weil sie mit anderen Hunden und Welpen in einem sicheren Rahmen spielen können und umgeben sind von Verhaltensexperten. 

6. Gut sozialisierte Hunde haben weniger Angst vor Neuem 

Vierbeiner die in der Welpenschule waren, haben später meist weniger Angst vor fremden Menschen als Hunde, die nicht so sozialisiert wurden. Die meisten Angriffe auf andere Hunde oder Menschen entstehen aus Angst heraus und die Hundeschule kann dabei helfen, Angst in kritischen Situationen zu vermeiden. 

Drei Welpen in der WelpenschuleWelpenschule & Gesundheit

Da Hunde in der Sozialisierungsphase gerade erst geimpft werden, sind sie in diesem jungen Alter anfälliger für Infektionskrankheiten. Deshalb muss deine Fellnase einmal auf Krankheiten und Parasiten gecheckt werden, bevor ihr an einem Welpenprogramm teilnehmen könnt. So können alle Welpen von dieser Umgebung profitieren, ohne dass ihre Gesundheit riskiert wird. Falls du dich trotzdem sorgst, gibt es Untersuchungen die zeigen, dass junge Hunde, die in der Welpenschule waren, kein höheres Risiko haben an Parvovirose zu erkranken, als Hunde die nicht in die Hundeschule gehen (Parvovirose ist eine der Krankheiten, gegen die Welpen in den ersten Lebenswochen geimpft werden). 

Sollte mein Junghund in die Welpenschule?

Auch wenn die Sozialisierungsphase sich hauptsächlich zwischen 3 Wochen und 3 Monaten bewegt, profitieren auch Junghunde von positiven Kontakten mit anderen Hunden und Menschen. In einer spanischen Studie wurden Kurse sowohl für Welpen als auch für Junghunde (älter als 3 Monate) abgehalten und es haben sich positive Auswirkungen für beide Gruppen gezeigt. Die Hundeschule für junge Hunde ist sinnvoll, um die Erziehung und Sozialisation fortzusetzen, die sie entweder Zuhause oder in der Welpenschule genossen haben. Deswegen ist es empfehlenswert, auch einen jugendlichen Hund in die Hundeschule zu bringen, selbst wenn er noch nie an einem Welpenprogramm teilgenommen hat.  

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Hundeschule deinem Welpen eine große Hilfe dabei sein kann, zu einem gut sozialisierten und gesunden Hund heranzuwachsen. Er wird mit geringerer Wahrscheinlichkeit verhaltensauffällig und hat weniger Angst im Alltag. Außerdem wirst du mindestens genauso viel lernen wie dein Vierbeiner und ihr werdet beide von eurer Art miteinander zu kommunizieren profitieren. Also: Ist dein Welpe bereit für seinen ersten Schultag?


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